Dichlofluanid

Dichlofluanid gehört der Gruppe der Fungizide, also der pilzhemmenden Wirkstoffe an. Diesem Stoff aus der Gruppe der Sulfonamide wird der zweifelhafte Ruf zuteil, zu den am meisten eingesetzten bläuewidrigen Wirkstoffen zu gehören. Dies gilt vor allem für lösemittelhaltige[1] Grundierungen und Lasuren, zum Beispiel zur Behandlung von Holzfenstern. Auch als Konservierungsmittel wird es Anstrichen (z.B. Dispersionsfarben) zugesetzt.

Dichlofluanid wird als „Reizend (Xi)“ und „Gesundheitsschädlich (Xn)“gekennzeichnet und kann aufgrund seiner anscheinend hohen inhalativen Toxizität die verschiedensten Symptome auslösen. Berichtet wird von Übelkeit, Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden, bis hin zu Niedergeschlagenheit und erhöhter Anfälligkeit gegenüber Infekten.

Nicht umsonst rät das Bundesgesundheitsamt dazu, Dichlofluanid enthaltende Holzschutzmittel nicht großflächig in Innenräumen einzusetzen.

Dichlofluanid kann sinnvoll in der Raumluft oder im Material nachgewiesen werden.

Aufgrund der geringen oralen Toxizität wurde und wird der Umgang mit diesem Stoff leichtfertig gehandhabt; hierzu abschließend noch ein Zitat:

„Dichlofluanid wird nach wie vor vom Vertreiber immer noch dargestellt als eine Substanz, die genauso ungiftig ist wie Kochsalz. Das stimmt, wenn man die Giftigkeit berücksichtigt, mit der Dichlofluanid über den Mund in den Körper gelangt, also so genannte „orale Giftigkeit“ von Dichlofluanid entspricht der des Kochsalzes. Aber wenn man Dichlofluanid inhaliert, d.h. im gasförmigen Zustand oder aber über die Lunge aufnimmt, gebunden an Feinststäube, dann hat Dichlofluanid einen Giftigkeitsgrad, der der Blausäure etwa vergleichbar ist, und Dichlofluanid müsste – gasförmig aufgenommen – mit dem Totenkopf gekennzeichnet werden. D.h., es gehört als Gas zu den stärksten Giften, die wir kennen. (Gerd Schneider, Dipl.-Chem., im Westdeutschen Rundfunk, ARD-Ratgeber Recht (P. Nuvoloni) (Sendung: 21.6.1992)

 


[1]Die Bezeichnung „lösemittelfrei“ auf einer Verpackung besagt lediglich, dass weniger als 3% Lösemittel im Produkt enthalten sind, es heißt nicht, dass tatsächlich kein Lösemittel enthalten ist. Ferner müssen bestimmte Stoffe aufgrund ihres hohen Siedepunktes nicht als Lösemittel deklariert werden. Hierzu gehören Stoffe der Gruppe der Glykole, wie z.B. das 2-Butoxyethanol.

BAU-BIOLOGISCH TEILBAR ;)