An geometrischen Wärmebrücken kann Schimmel entstehen

„Die Geometrische Wärmebrücke ist eine Wärmebrücke, die aufgrund geometriebedingter Temperaturunterschiede in der Oberfläche von Bauteilen auftritt. Dies ist zum Beispiel der Fall im Kantenbereich von Außenwänden. Der kleinen, inneren wärmeaufnehmenden Fläche der Kante steht hier eine sehr viel größere äußere Abkühlfläche gegenüber.

In der Kante fließt daher mehr Wärme ab als in einem ungestörten Bereich der Wandfläche. Als weitere Folge ist dadurch die innere Oberflächentemperatur der Kante deutlich niedriger als die der übrigen Wandoberfläche.“ (1)

Ein Folgeeffekt von niedrigen Oberflächentemperaturen kann eine Schimmelpilzbildung sein. Feuchtigkeit aus der Raumluft kondensiert an diesen Kalten stellen, damit ist die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung von Schimmelpilzen gegeben.

In Raumecken kommt hier noch eine dritte Fläche hinzu, die Decke. Dies verändert die geometrischen Verhältnisse: die Außenfläche wird gegenüber der Innenfläche nochmals größer.

 

Bild 1:

oben:      Flächenverhältnisse bei geometrischen Wärmebrücken (2)

unten:    Isothermen in einer ungedämmten Altbauwand (2)

Die Wirkung der beschriebenen Verhältnisse auf die Oberflächentemperaturen kann rechnerisch und grafisch mittels der Berechnung der sogenannten Isothermen in einem Bauteil beschrieben werden (rechts in Abbildung 1).

Optisch können solche Effekte mittels einer Thermografie Aufnahme verdeutlicht werden.

Bild 3: Thermografie-Aufnahme einer geometrischen Wärmebrücke (3)

Entsprechende Informationen können Sie auch aus der Schrift “Feuchtigkeit und Schimmelbildung“ der Verbraucherzentralen entnehmen.


 

Quellen:

(1) www.architektur-lexikon.de , Abruf 09.03.10

(2) Information „Wärmebrücken“, Hess.Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Hrsg.) auf www.fill-it.de, Abruf 09.03.10

(3) www.n50.de , Abruf 09.03.10

Michael Thiesen

Der Diplom-Ingenieur Michael Thiesen ist baubiologischer Messtechniker und betreibt eine anerkannte baubiologische Beratungsstelle (IBN). Der Sachverständige für Baubiologie misst und bewertet Gesundheitsrisiken und saniert Schäden für private und gewerbliche Kunden nach dem D-MIR-Standard.