Pentachlorphenol (PCP)

Pentachlorphenol, das wohl bekannteste Holzschutzmittel,  zählt zu den schwer flüchtigen Substanzen. Damals bekannte Handelsnamen waren Xyladecor und Xylamon. In den ersten Monaten nach einer Anwendung verflüchtigen sich ca. 50% der eingebrachten Menge und verteilen sich im Raum. Danach ‚gast‘ PCP nur (sehr) langsam aus z.B. behandelten Hölzern aus. Das aus primär behandelten Bauteilen austretende PCP kann über den Staub z.B. andere Hölzer oder auch Putzschichten, Textilien oder Papier sekundär kontaminieren. Aufgrund der vorgenannten Fakten ist PCP, auch wenn es bereits seit 1989 durch die PCP-Verbotsverordnung weitestgehend verboten ist, auch heute noch in Innenräumen anzutreffen.

Oftmals wurde Pentachlorphenol-haltigen Anstrichen das Insektizid Lindan in einem Mengenverhältnis von ca. 10:1 zugesetzt. Technisches PCP besteht etwa zu 88% aus PCP, zu ca. 11% aus anderen Phenolen und bis zu 0,4% aus Dioxinen und Furanen. Die letztgenannten Stoffe gelten als hochtoxisch und werden auch im Zuge der toxikologischen Diskussion immer wieder genannt. Aus diesen Gründen ist eine eindeutige Zuordnung im Sinne einer toxikoloigischen Dosis – Wirkungs – Beziehung von beobachteten Symptomen zu Pentachlorphenol schwierig. Immer wieder werden folgende Symptome im Zusammenhang mit PCP beschrieben[1]:

Allgemeine und internistische Symptome: Allergien, Sinusitis, Bronchitis, Asthma bronchiale, Gewichtsverlust, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit uvm.

Dermatologische Symptome: Akne, Haarausfall, vermehrte Neigung zu Pilzinfektionen u.w.

Neurologische Symptome: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Sehstörunge, Gefühl von Kälte und Brennen u.w.

Psychopathologische Symptome: nervöse Unruhe mit mangelnder Initiative, Reizbarkeit, Störungen des Kurzzeitgedächtniss u.w.

Pentachlorphenol wird in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 905 wie folgt eingestuft:

H       – Gefahr der Hautresorption

K2     – Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.

M3    – Stoffe, die wegen möglicher erbgutverändernder Wirkung Anlass zur Besorgnis geben

RE2   – Stoffe, die als fruchtschädigend für den Menschen angesehen werden sollten.

PCP kann in der Raumluft, wie auch im Staub und im Material nachgeiwiesen werden. Die Messtrategie wird in der VDI Richtlinie 4300 beschrieben. Die Bewertung erfolgt nach der PCP Richtlinie unter Berücksichtigung des Standard der Baubiologischen Messtechnik, sowie rechtskräftigen Urteilen.



[1]Symptome chronischer Vergiftung durch PCP & Lindan enthaltende Holzschutzmittel, Landeärztekammer Baden-Württemberg

BAU-BIOLOGISCH TEILBAR ;)