Asbest & künstliche Mineralfasern (KMF)


Asbest

ist der Überbegriff für verschiedene faserartige Mineralien, wie z.B. den Weißasbest (Chrysotil), welcher der am meisten verwendete Asbest war (Produktion im Jahr 1976: ca. 4,8 Mio. Tonnen weltweit). Asbest wurde lange Zeit in einer Vielzahl von Produkten verwendet: Asbestzementplatten, Dacheindeckungen (Kunstschiefer), Nachtspeicherheizungen, Spritzputz, Fensterbänke, Blumenkästen, Fußbodenbeläge etc.pp.

Betrachtet man die Einbindung der Fasern in ein Produkt, wird zwischen schwach (<1000kg/m³) und stark (>1000kg/m³) gebundenen Fasern unterschieden.

Neben seinen guten technischen Eigenschaften sind Asbestfasern krebserzeugend und es besteht die Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen.

Aus vorgesagtem kann man ersehen, dass vor allem bei Freisetzung der Asbestfasern, beispielsweise im Rahmen von Sanierungen wie dem Abbruch von Dacheindeckungen, Fassadenplatten oder der Entfernung von Fensterbänken, Bohrungen, beim Schneiden oder Schleifen oder der Freisetzung durch Verwitterung eine potentielle Gefahr für die Gesundheit besteht.

Im Falle einer zu planenden Sanierung sollte also zuvor eine Analyse verdächtiger Produkte oder Räume durchgeführt werden.

Die Begutachtung erfolgt nach der sogenannten „Asbestrichtlinie“ und unter Beachtung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 519 bzw. der BGI 664 („Verfahren geringer Exposition gegenüber Asbest…“).

In der Regel dürfen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) nur von Unternehmen durchgeführt werden, welche behördlich zugelassen sind; hierbei ist der „schlimmste Fall“ anzunehmen.

Literatur:

TRGS 519

BGI 664

„Ökologisches Baustofflexikon“ Zwiener/Mötzl

www.umweltbundesamt.de

WINGIS – Gefahrstoffinformationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

 

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