Holzschutzmittel

Holzschutzmittel sind nach wie vor ein brandaktuelles und wichtiges Thema.

In der Gruppe der Holzschutzmittel geht es um schwerflüchtige Schadstoffe, also Substanzen die nur langsam ausgasen. Daher werden Holzschutzmittel mitunter viele Jahrzehnte (!) aus behandelten Bauteilen freigesetzt und führen zu Belastungen der Atemluft und des Hausstaubes. Damit aber nicht genug: Holzschutzmittel haben die unangenehme Eigenschaft zu sogenannten Sekundärkontaminationen zu führen, die man sich vereinfacht wie folgt vorstellen kann:

Legende:

1 – Holzständerwerk, belastet = Primärquelle

2 – Spanplatte

3 – Gipswerkstoffplatte

4 – Dämmung

5 – Estrich

6 – Holzbodenbelag = sekundär belastet (siehe rote Linie)

Holzschutzmittel gasen lange Zeit aus belasteten Konstruktionen oder Bauteilen und Baustoffen aus, gelangen in die Atemluft und können zusätzlich andere Baustoffe kontaminieren.

„PCP verdampft allmählich aus dem behandelten Holz und lagert sich an andere Oberflächen an, z.B. an Hausstaub, Tapeten, Putz, Möbel, Textilien oder Bücher. Auch an Kleidungsstoffen wie Wolle, Leinen und Baumwolle reichert sich PCP an.“[1]

Mögliche Quellen können behandelte Hölzer sein, welche vor allem in den 1960er und 1970er Jahren massiv in Innenräumen eingesetzt wurde. Betroffen sind unter anderem auch Fertighäuser (siehe rechts). Auch im Bereich der Dachsparren sind häufig hohe Konzentrationen an Holzschutzmitteln zu finden; ein Beispiel aus der Praxis: In einem Altbau aus dem Jahre 1907 wurden im Dachgebälk 65mg Holzschutzmittel pro kg Holz gefunden, eine extreme Auffälligkeit nach den Richtwerten des Standard der Baubiologischen Messtechnik. Zwei Etagen darunter fanden sich immer noch 5mg/kg im Fußbodenholz.

Die gesundheitlichen Beschwerden, welche von Holzschutzmitteln hervorgerufen werden können, treten oft erst nach mehreren Jahren Kontakt mit diesen Substanzen auf und können mannigfaltig sein. Dazu gehören u.a. Dauerschnupfen, häufiges Nasenbluten, geschwollene Lymphdrüsen, erhöhte Infektanfälligkeit, ständige Müdigkeit, Gedächtnisstörungen, Herzrhythmusstörungen etc. pp.

Aus baubiologischer Sicht sind -hier wie generell- auch synergistische Wirkungen zu beachten. Oftmals kommen mehrere Stressfaktoren zusammen, die bei einer Baubiologischen Untersuchung berücksichtigt werden.

Ihr Baubiologe

Michael Thiesen

 

BAU-BIOLOGISCH TEILBAR ;)