Schimmelpilze im Sanitätsraum der Ford Werke Köln

Nach einem länger unbemerkten „Wasserschaden“ treten Verfärbungen an einer Vorsatzschale vor einer Innenwand des Sanitätsraumes einer Werkhalle der Ford Werke Köln auf. Handelt es sich hier um Schimmelpilze? Der leitende Arzt führt im Vorfeld eigene Untersuchungen durch, die indizieren, dass ein Schimmelpilzschaden vorliegt.

Der Objektleiter Technik meines Auftraggebers kontaktiert mich mit der Frage:

„Herr Thiesen, können Sie uns hier schnell weiterhelfen und sich das mal anschauen?“

Innerhalb von nur drei Tagen nach dem Erstkontakt kann ich eine erste Begehung der Räumlichkeiten vornehmen, die Schadenshistorie recherchieren und dokumentieren. Auch erste Messungen werden vor Ort durchgeführt und der involvierte Bereichsleiter wie auch der Mediziner der Ford Werke sachgerecht über das Thema Schimmelpilze informiert. Binnen 24 Stunden nach der Erstbegehung liegt dem Generalunternehmer Voith GmbH und den Verantwortlichen der Ford Werke ein Angebot zur Begutachtung vor.

Schließlich werden rasterartige Feuchtemessungen an Wänden und dem Boden zur Eingrenzung des Schadenbereiches vorgenommen.

Baubiologie Thiesen 205-07-29 Ford Feuchtemessung Wand

Schnell ist klar, dass die Trennwand zum nebenliegenden Pumpenraum feucht ist.

Auch der Boden ist vor der Trennwand zum Pumpenraum feucht. Die Abdichtung des Pumpensumpfes war im Laufe der Jahrzehnte unbemerkt undicht geworden. Feuchtigkeit ist über die Innenwand bis etwa 1,0 – 1,5 m in den Bodenaufbau des Sanitätsraumes eingedrungen. Die folgende Auswertung zeigt deutlich die Feuchtigkeit im Bodenaufbau und dokumentiert die Position der Bohrkerne.

Baubiologie Thiesen 205-07-29 Ford Rastermessung Boden

Es bestand also die begründete Vermutung, dass hier tatsächlich Schimmelpilze im Spiel sind, dass sich ein nicht sichtbarer, verdeckter Schimmelpilzschaden im Bereich des Bodenaufbaus entwickelt haben könnte.

 

Baubiologie Thiesen 2015-07-29 Ford Situation und Messungen

Auf Basis der Feuchtigkeitsmesswerte wurde ein Probenahmeplan erstellt; insgesamt wurden 6 Bohrungen in den unbekannten Bodenaufbau eingebacht. Nun konnte die Situation unterhalb des Estrichs hinsichtlich Geruch und Feuchtigkeit bewertet werden. Die entnommen Proben wurden an ein akkreditiertes Fachlabor für Mikrobiologie überstellt und nach meinen Angaben auf Schimmelpilze untersucht.

Das Ergebnis war eindeutig: Ein verdeckter, nicht sichtbarer Schimmelschaden trat zu Tage, unter anderem mit potenziell gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzen wie Aspergillus versicolor.

Durch die Kombination dieser beiden Messmethoden konnte der Schadensbereich sehr genau eingegrenzt werden und die Sanierung zielführend geplant werden. In meinem ausführlichen Gutachten gebe ich meinem Kunden exakte Anweisungen, wie die Sanierung zu erfolgen hat.

Die präzise Ermittlung der Ausdehnung des Schadens ermöglicht die kosteneffektive Durchführung der Sanierung: Es wird nur dort saniert, wo es angebracht ist.

BAU-BIOLOGISCH TEILBAR ;)
Michael Thiesen

Der Diplom-Ingenieur Michael Thiesen ist baubiologischer Messtechniker und betreibt eine anerkannte baubiologische Beratungsstelle (IBN). Der Sachverständige für Baubiologie misst und bewertet Gesundheitsrisiken und saniert Schäden für private und gewerbliche Kunden nach dem D-MIR-Standard.