Vermehrte Probleme mit Staubläusen

„Wir sind vor kurzem in unserem Neubau eingezogen und plötzlich treten diese kleinen Tierchen auf. Was ist das? Ich habe etwas von Staubläusen gehört. Besteht jetzt die Gefahr eines Schimmelpilzschadens? Wir sind wirklich beunruhigt….“
„Nach der Sanierung unseres Hauses bemerken wir plötzlich, schon so kurz nach Bezug, einen seltsamen Geruch und plötzlich Staubläuse über den Fußleisten…“
Aktuell registrieren wir in unserem Büro vermehrt Anfragen dieser Art. Vor dem Hintergrund, dass ca 70 bis 80% der auf diesem Gebiet tätigen Fachleute (1), Sachverständige wie auch Sanierer, der Meinung sind, dass in den meisten Neubauten bereits kurz nach Bezug ein Schimmelpilzschaden vorliegt, nicht verwunderlich. Daher möchte ich noch einmal in diesem Blogbeitrag auf die Zusammenhänge die zum Auftreten von Staubläusen führen eingehen.
Das Auftreren von Staubläusen ist ein starker Indikator für verdeckte und nicht sichtbare Schimmelpilzschäden. Die Kausalkette ist recht einfach:

Feuchtigkeit -> Schimmelpilzbildung -> Staubläuse
Damit ist beim Auftreten von Staubläusen  recht sicher, dass ein verdeckter und nicht sichtbarer Schimmelpilzschaden vorliegt. Dies gilt auch dann, wenn nach einer Zeit das Auftreten von Staubläusen nicht mehr festzustellen ist. Der Schimmelpilzschaden ist weiterhin vorhanden, auch wenn nach dem Auftreten der Tiere nun keine Staubläuse mehr zu sehen sind. Bei Neubauten stellt sich die berechtigte Frage, ob ein Gebäude mit Schimmelpilzschaden vertraglich vereinbart war. Aber dies ist eine juristische Frage, die ich gerne den Fachanwälten für solche Themen überlasse.
In einer solchen Situation, geprägt von Unsicherheit, gilt es sachverständig zu untersuchen, wo der Schaden zu lokalisieren ist und welches Ausmaß der Schaden angenommen hat. Diese Fragen lassen sich durch Feuchtemessungen unterschiedlicher Art kombiniert mit der Ermittlung der Gebäudehistorie und der Untersuchung von Proben aus dem Gebäude auf die Anwesenheit von Schimmelpilzen klären. Diese Untersuchungen ermitteln einerseits zuverlässig den Status quo und  stellen andererseits eine solide Basis für die Überlegungen zum weiteren Vorgehen dar.
Eine weitere Frage unserer Kunden ist oftmals ob eine Belastung der Raumluft und eine potenzielle Gesundheitsgefährdung vorliegt. Eine solche Frage ist zuverlässig durch die Untersuchung der Raumluft auf Schimmelpilze zu beantworten. Auch eine Begehung mit einem Schimmelpilzspürhund in Kombination mit der Untersuchung von Materialproben ist sehr effektiv und zielführend.
(1) Umfrage im Rahmen des Schimmelpilz Forums in Würzburg, 2016 und 2017
BAU-BIOLOGISCH TEILBAR ;)
Michael Thiesen

Der Diplom-Ingenieur Michael Thiesen ist baubiologischer Messtechniker und betreibt eine anerkannte baubiologische Beratungsstelle (IBN). Der Sachverständige für Baubiologie misst und bewertet Gesundheitsrisiken und saniert Schäden für private und gewerbliche Kunden nach dem D-MIR-Standard.